Fieberwahn

Ich wurde gestern geimpft und war dadurch letzte Nacht in einer merkwürdigen Verfassung. Ich führte ein Gespräch mit meinem verstorbenen Vater und hatte aus verschiedenen Gründen heraus einen depressiven Schub, der in Heulattacken endete. Irgendwann kam ich darauf, einfach mal Fieber zu messen. Joa. Ich hätte nicht gedacht, dass Fieberwahn solche Gefühle aus mir herausholt.

In diesem Zustand hatte ich dann auch noch ein Gespräch mit diesem einen Freund gehabt, das überhaupt nicht gut endete, weil ich ziemlich viel bei ihm abgeladen hatte. Ich fühlte mich am nächsten Tag deswegen so schuldig, dass ich ihn dann doch fragte, ob er Dune mit mir sehen möchte. In zwei Wochen, wenn mein Impfschutz vollständig ist. Ich hatte Probleme bei der Formulierung der Frage.

„Willst du Dune mit mir sehen?“

„Möchtest du Dune mit mir sehen?“

Je öfter ich es las, desto blöder klang es. Ich zwinge ihn ja fast dazu ja zu sagen, vielleicht erstmal herausfinden, ob er den Film überhaupt sehen will.

„Hast du eigentlich von Dune gehört?“

Hm. Vielleicht hat er ihn ja auch schon geguckt.

„Hast du Dune schon geguckt?“

Ach scheiß drauf, jeden anderen würde ich einfach fragen, warum denke ich so viel darüber nach? Also doch wieder die erste Variante.

„Willst du Dune mit mir gucken?“

Er hat sofort geantwortet und sein Lieblingskino vorgeschlagen.

Wie war das noch gleich mit der safe Zone? Na ja, immerhin habe ich noch 2 Wochen Zeit es mir anders zu überlegen. Aber er hat mir jetzt auch das Gefühl gegeben, dass ich nicht absagen kann, ohne ihn zu verletzen. „Ich freue mich“, meinte er. Keine Ahnung.

Ich bin noch nicht wieder aus diesem Tief raus.

Letzte Nacht hatte ich viel bei ihm abgeladen, aber er hatte auch zum ersten Mal in Monaten etwas gesagt, was ich nicht mochte. Er hatte mich mit seinen Worten sicher nur stärken oder aufmuntern wollen, aber bei manchen Themen bin ich empfindlich. Normalerweise schnappe ich dann zusammen wie eine Muschel, also frage ich mich umso mehr, warum ich jetzt Dune mit ihm sehen muss. Na gut, vermutlich weil das in keinem Verhältnis zueinander stand. Er wusste nicht, dass ich nicht über das Thema rede, es wäre zu übertrieben ihm das nicht zu verzeihen. Aber es gab schon oft Leute, denen ich ähnliche Dinge nicht verzeihen konnte. Für einige klingt es vielleicht normal, sich nach so einer Nacht bei seinem Freund zu entschuldigen, für mich ist das manchmal schwer, denn dafür muss meine gesunde Seite Oberhand kriegen, weil nur die in emotionalen Situationen rational denken kann. Es ist wirklich schwer und ich schaffe das nicht immer. Deswegen lasse ich Menschen die bestimmte Grenzen überschreiten gerne wissen, dass ich meine Festung mit allem beschütze was ich so habe. Und wenn das jemand nicht aushält, dann sollte er nicht zu nah herankommen. Nicht dass ich mich so komplett aus der Verantwortung ziehen möchte wenn ich so bin, aber was soll ich sagen… ich habe vorgewarnt.

Safe Zone

Ich habe viele Freunde, aber sind wir mal ehrlich, die meisten wissen nicht viel von mir. Ich würde sagen, ich habe im Moment einen sehr guten Freund der viel von mir weiß, aber irgendwie vertraue ich ihm auch noch nicht. Er hatte mich zuerst daten wollen und als ich kein Interesse hatte, weil ich vergeben war, hatten wir uns angefreundet. Das wollte ich eigentlich gar nicht, aber es fiel mir sehr schwer mich nicht mit ihm anzufreunden, weil wir viele gleiche Interessen haben – glaubt mir, das ist selten bei meiner exotischen Variationsbreite an Hobbies – und er immer sehr unaufdringlich präsent war, sodass er sich auf diese Weise irgendwie in mein Leben geschlichen hat.
Die Kommunikation war von Anfang an sehr ehrlich und ich weiß dass er weiß, dass ich das Leben hasse, ohne dass ich ihm das je gesagt habe. Das ist glaube ich dieser Draht von dem alle sprechen, er versteht viel ohne dass ich es erklären muss. Er hat auch vieles nicht ausgesprochen und ich weiß es. Ich glaube wenn man sich ehrlich begegnet und sich nicht verstellt, und gleichzeitig sich in gewissen Punkten sehr ähnlich ist, dann erkennt man einander als seinesgleichen, dann fallen gewissen Outings einfach weg. „Hey, übrigens… ich hab Depressionen…“
Ich hatte mal einen Freund, der sich nach dieser Aussage erstmal mit Fachbüchern zu dem Thema zugedeckt hat. Lieb gemeint, weil er mich nur verstehen wollte, aber ich wünschte, er hätte das besser für sich behalten. Das hat jedes Gespräch dazu mit einem Schlag plötzlich ganz weird gemacht. Ich denke nicht, dass man Fachwissen dafür braucht, um mit einem Depressiven umzugehen.

Apropos. Irgendwann als es mir sehr schlecht ging, war dieser eine Freund dadurch plötzlich die Person für mich, die ich in dem Moment brauchte. Und falls das unterbewusst ein Test von mir war, dann hat er den auch mit Bravour bestanden. Tests. Das klingt ganz komisch, aber ich glaube ein paar wissen was ich damit meine. Man testet Menschen die einem nahe kommen aufs übelste. Jedenfalls war das kein Test von mir, meine Tests sind anders, ich hatte tatsächlich einfach nur jemanden gebraucht.

Und trotzdem vertraue ich ihm nicht, obwohl er viel gibt, zu viel, und wenig dafür einfordert. Obwohl er mir nach der Abfuhr nie wirklich das Gefühl gegeben hat, was anderes im Sinn zu haben als Freundschaft. Auch jetzt wo ich Single bin nicht. Trotzdem habe ich das letzte Treffen abgesagt, weil ich nicht vertraue. Ich würde gerne Dune im Kino sehen und wollte ihn eigentlich fragen ob er den mit mir sieht, aber ich werde es deswegen nicht tun.

Ich war nie so, aber ich möchte nicht mehr so sein wie ich war. Es gab zu viele Menschen, die mir viel Energie genommen haben, weil sie meine Freundschaft, meine Treue, meine Offenheit, die ich gegenüber allem habe was ich liebe und mag, die Eigenschaft, in allen Menschen immer erstmal das Gute zu sehen, sofort erkannt haben und als meine Schwäche vermerkt haben. Wenn ich wirklich jemanden mag, merke ich gar nicht wie einseitig das manchmal ist, aber dafür möchte ich mir selbst gar nicht die Schuld geben, denn diese Leute tun ja oftmals so. Das machen sie sogar so gut, dass man eher permanent das Gefühl hat, die andere Person wäre total selbstlos und würde sich viel zu sehr aufopfern. Man hat bei diesen Menschen dauerhaft das Gefühl, zu wenig zurückzugeben. Das Gefühl bleibt sogar dann, wenn man längst vom Verstand her weiß, dass die Beziehung auf Manipulation aufbaut. Man kann sogar längst am Boden liegen, weil die Person dich dahin befördert hat, und noch nachtritt, aber das einzige was du in dem Moment denkst ist: Es muss meine Schuld sein. Er ist doch so selbstlos und hat so viel für mich getan, bitte sei wieder lieb zu mir.

Und dann tut man auch noch alles dafür, damit die Person wieder lieb zu einem ist.

Mein Gott, ich habe es satt so naiv zu sein. Ich will nie wieder so sein. <- das ist aber ausnahmsweise Mal keine Weisheit, die ich euch mit auf den Weg geben will. Ich bin auf der anderen Seite nämlich auch davon überzeugt, dass ich nur auf diese Weise auch viele gute Erfahrungen machen durfte und viel erlebt habe, was andere nicht erleben, weil sie immer in ihrer safe zone bleiben. Aber das Leben außerhalb der safe zone ist auf Dauer wirklich anstrengend und ich glaube, ich muss mich einfach ein bisschen schützen, indem ich hier erstmal nicht mehr wieder rauskomme.

In der safe zone wird heute Netflix geguckt und geschmollt.

Den Stresspegel halten

Kennt ihr das, wenn ihr noch was zu erledigen habt und das Gefühl habt, euch gar nicht hinsetzen zu können, weil ihr dann vielleicht nicht mehr die Kraft habt nochmal aufzustehen? Das Gefühl habe ich grade auf meine Gesamtsituation bezogen. Mein Tag besteht aus ToDo-Listen abarbeiten und ich habe Angst davor, dass der Stress kurz aufhört, denn dann schaffe ich es nicht, mich wieder aufzurappeln. Ich weiß eigentlich gar nicht, woher ich grade die Kraft für alles nehme. Überhaupt ist es sehr erstaunlich, wie viel man eigentlich so schaffen kann. Wie viel man alleine schaffen kann. Sehr erstaunlich.

Ich ziehe ja grade in eine WG und mir ist dabei eine Sache aufgefallen. Ich weiß nicht ob mein Ex Freund abgefärbt hat oder ob es das Alter ist, aber ich bin ja verdammt spießig geworden. Eigentlich zu spießig für die WG in die ich komme, das habe ich auch erst bemerkt, als mich andere darauf hingewiesen haben. Das fängt beim Kaffeevollautomaten an und hört beim Handstaubsauger mit verschiedenen Aufsätzen auf. So war ich früher nicht, mir war alles immer relativ egal. Da wir noch kein W-Lan in der Wohnung haben, habe ich mir sogar ein Mobile-Wifi angeschafft. Ihr glaubt ja gar nicht, was das für ein Aufwand ist, aber mittlerweile fühlt man sich ja wie im Mittelalter wenn man ein paar Tage lang kein Internet hat.

Irgendwann immer

Ich liege hier zwischen Umzugskartons und der Mond, der mich anstarrt, hält mich vom Schlafen ab. Sicher liegt es nur an dem Mond. Ich mag es überhaupt nicht wenn das Universum mich so anstarrt.

Meine Freundin möchte mich jetzt verkuppeln, oder so ähnlich, aber ich glaube am Ende wird sie da nur noch frustrierter sein als ich. Letztens war da war so ein Mann den ich sehr charismatisch fand, aber der stand nicht zur Auswahl für mich und erinnerte mich an einen alten Freund der nicht mehr bei mir ist. Ich mag es nicht jemanden zu mögen. Das tut weh, irgendwann immer. Findet ihr nicht?

Ups

Ich gucke grade „Die Gustloff“ mit einem jungen Tom Wlaschiha und das ist ein bisschen verstörend. Einmal aus dem Grunde, weil sie eine Serie daraus gemacht haben und keinen Film. Das ist so, als hätte man aus Titanic eine Serie gemacht, so als wäre das Ende ja gar nicht abzusehen. Ah, ich sehe grade da steht nur Serie, weil es wohl zwei Teile davon gibt. Na gut, trotzdem witzig.

Und zweitens ist es deswegen verstörend, weil meine Oma erst mit diesem Schiff fliehen wollte und ich dann gar nicht existieren würde wenn sie das getan hätte. Das ist ein komisches Gefühl, wie so kleine Entscheidungen so einen krassen Einfluss haben können. Irgendwie beängstigend. Wer weiß, vielleicht wäre ich schon mal Haarscharf Millionär geworden! Man muss ja nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Oder am falschen. Ach, es ist meist der falsche Ort, sind wir mal ehrlich. Oder hattet ihr schon mal so ein Glück, dass ihr dachtet: Ups!

In Benjamin Button gibt es eine Szene, die das Phänomen gut beschreibt, ich liebe den Film ja, und ich muss jedes Mal darüber nachdenken wenn ich das sehe.

Hab grade ein Interview gesehen von einem Zeitzeugen der das ganze überlebt hat und der sagte, dass er die Klimakatastrophe schlimmer findet, als das was er erlebt hat. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Es fällt mir schwer.

Der gestrige Tag fing mit einer Absage für eine WG-Besichtigung an und endete mit einer Besichtigung mit einem Vermieter, der mich bei dem Ansturm an Interessenten gar nicht auf dem Zettel hatte. Er wusste meinen Namen nicht und hatte mich mit einem anderen Bewerber verwechselt, der um dieselbe Uhrzeit kommen wollte. Meine Hoffnung schwand. Mir war schnell klar dass ich das Zimmer nur kriege, wenn ich es schaffe, dass er mich in Erinnerung behält, und zwar am besten in sehr positiver.

Oh Gott, das klingt so zweideutig, aber keine Sorge, ich schlafe mich nirgendwo rein. Aber verkaufen muss man sich. Das liebe ich ja. Nicht. Aber ich weiß dass ich das kann, und von der Mitleidsnummer halte ich auch nicht so viel.

Es ist eine Altbauwohnung in einer belebten Szenegegend einer Großstadt, mit großem Badezimmer und Balkon. Das Zimmer ist echt nicht der Hit, es ist einfach das kleinste von allen und das einzige was noch übrig ist, aber der Rest passt für mich perfekt. Es gibt noch zwei andere Mitbewohner, die viel arbeiten und denen es nicht so mega wichtig ist, wer da nun noch als drittes einzieht, die wollten dass der Vermieter entscheidet. Finde ich super, in den meisten anderen WG’s musst du ja direkt erzählen wie dein erstes Haustier hieß, wann es gestorben war, ob du vierlagiges Klopapier benutzt und was du als Bestechung denn in die neue WG mitbringen würdest. Ich habe gar kein Bock auf so unlockere Menschen und suche auch nicht neue beste Freunde. Eine Mischung aus Zweck WG und entspannter Atmosphäre mit sympathischen Menschen, die ein bisschen aufeinander achten und mit denen man auch mal quatschen kann. Mehr brauche ich nicht.

Ich hatte versucht mit dem Vermieter zu connecten, das war aber sehr schwierig, denn er suchte selten Augenkontakt zu mir, ich weiß nicht wieso. Er wirkt wie ein offener Typ, warum meidet man dann Blickkontakt? Das macht es super schwer jemanden zu überzeugen. Und überhaupt um jemanden einzuschätzen, bin darin eh schon sehr schlecht. Er selbst war sehr schick gekleidet und freundlich, wirkte aber auch ein bisschen desinteressiert und so, als hätte er keine Lust mehr auf die Suche und will das Zimmer einfach schnell vergeben. Er hat mir deutlich gemacht, dass ihm egal ist was ich hier treibe, ob wir Müll trennen oder im Zimmer rauchen, ihm ist nur wichtig dass die Miete bezahlt wird, er entscheidet nach Bauchgefühl.

Am Ende hatte ich ihn immerhin so weit, dass er mir auf Social Media gefolgt ist und dann war ich einigermaßen zufrieden mit der Situation und bin gegangen. Bewerber Nummer zwei an diesem Abend war immer noch nicht da, verspätete sich. Auch das verbuchte als Pluspunkt für mich.

Aber ehrlich gesagt rechnete ich trotzdem mit einer Absage.

Was soll ich sagen. Ich habe am nächsten Tag eine Zusage bekommen. Zu Oktober ziehe ich ein. Bin ganz glücklich damit. Und wenn der erste meiner beiden Mitbewohner auszieht, schnappe ich mir als erstes ein größeres Zimmer. 😀

Ich beschwere mich so oft über das Leben und wie scheiße einige Sachen bei mir laufen, aber ich muss jetzt auch mal zugeben, dass einiges manchmal ganz gut bei mir läuft. Bei sowas habe ich nämlich eigentlich immer Glück und das weiß ich gar nicht zu schätzen. Wirklich immer. Wenn ich etwas will, dann bekomme ich es meistens auch. (Wie lange ich etwas behalte erwähne ich an dieser Stelle jetzt einfach mal nicht dazu.) Aber ich versuche das heute mal ein bisschen wertzuschätzen, auch wenn es mir schwerfällt.

Es fällt mir schwer. Außerdem war jetzt mein Plan auch eigentlich nicht in eine WG zu ziehen, aber was solls. Ich kann nicht gut alleine leben, das tut mir nicht gut.

Schildkröten

Mir geht es nicht gut. Ich habe so schlechte Laune, dass ich es kaum mit Menschen aushalte, weil sie alles abkriegen. Aber vor allem die, die ich so schon nicht mag. So krass hatte ich das wirklich selten, dass ich mich im Alltag so lange am Stück nicht zurückhalten konnte. Heute bin ich an einem AfD Stand vorbeigefahren, am liebsten wäre ich umgedreht und hätte meine gesamte Wut dort entladen und den ganzen Stand umgenietet.

Ich hatte eigentlich beschlossen, dass ich die Nase voll von Männern habe, aber ich bin dann doch wieder losgezogen. Leider gab es dort nur einen einzigen schönen Mann. Bei einem kurzen Gespräch habe ich erfahren, dass er bei der Polizei arbeitet und eine Schildkröte hat, die schon seit fast 50 Jahren in der Familie ist. Ich war direkt verliebt in den Schildkrötenpolizisten, dumm nur dass er grade auf sein Date wartete als ich ihn ansprach. Geil. Auch so ein Grund, warum ich nie jemanden anspreche, das endete noch nie gut. Während ich Liebeskummer hatte und über Schildkröten nachdachte, sprach mich ein Typ an.

Ich hab mich nur auf ein Gespräch eingelassen, weil ich seinen Namen merkwürdig fand.

„Blue? Du heißt wirklich Blue?“

Hieß er wirklich, sagte er. Blue war normal groß, sehr schlank und jung. Für mich jedenfalls, ich schätzte ihn von Anfang an auf 20. Blue kam grade von der Arbeit und erzählte mir sehr viel von der Arbeit als Security. Ich glaube nicht dass er bemerkte, dass er mich nicht beeindrucken konnte, denn er versuchte es weiter auf eine Art und Weise, die in seinen Ohren wohl sehr erfolgversprechend klang. Er erzählte mir, dass er eine Firma gründen möchte und dass er unter seinem T-Shirt eine sehr definierte Brust hat – was ich ihm nicht abkaufte.

Ich mag Männer nicht die viel sabbeln.

Ich will auch eine Schildkröte. Ich würde immer mit ihr reden wenn es mir schlecht geht und sie mit Melone füttern.

Bevor ich mich wieder über mein Leben aufrege, gibt es wieder eine kleine Lebensweisheit von mir.

Wenn ihr glücklich seid, erstellt in Sims niemals das Leben was ihr grade habt. Am Ende habt ihr diese scheiß digitalisierte Erinnerung in Form eines Computerspiels.

Zurück zum Tag, der natürlich scheiße war.
Jetzt wird das Model leider zu einer Art Stalker. Man wirft immer so leichtfertig diesen Begriff in den Raum, aber ich nicht. Ich hätte es ja nicht mal erkannt, wenn mir das nicht andere gesagt hätten. Ich bin in Sachen Nähe eher empfindlicher und denke nicht sofort, dass jemand übertreibt wenn jemand übertreibt, denn ich bin vielleicht einfach überempfindlich.

Der stand heute bei mir auf der Arbeit und hat mich da ziemlich in Verlegenheit gebracht. Insgesamt war er heute 4x da und ich musste ihn jedes Mal wieder wegschicken. Er schreibt mir ununterbrochen, obwohl ich schon seit Tagen gar nicht mehr reagiere. Gestern hat er sich ganz stolz etwas gekauft, was eigentlich mein Hobby ist, und überhaupt macht er jetzt nur noch Dinge von denen er wohl denkt, dass ich sie gut finde. Und jetzt hat er mir ernsthaft schon wieder geschrieben während ich das hier schreibe.

Das Problem ist, dass ich nicht gut mit Stalkerverhalten umgehen kann, denn ich lasse mich von so einem Verhalten zu sehr provozieren und gehe dann immer wieder darauf ein.

Jedenfalls habe ich mich dann von einer Freundin abholen lassen. Es hätte mich eh wieder zu ihr getrieben und ich war auch schon vor nicht allzu langer Zeit wieder bei ihr. Von daher…
Ich würde nicht sagen, dass wir beide Probleme miteinander haben, aber unsere Beziehung ist trotzdem kompliziert. Ich mag sie trotzdem sehr, das ist eine der ehrlichsten Freundschaften die ich so habe.

WG Interviews

Ich habe grade auf einer Seite für Lebensmittelwarnungen eine Warnung wegen einem Leder Jockstrap gesehen und hielt es erst für einen lustigen Fehler. War es nicht. Das wäre aber wirklich lustig gewesen, wenn das ein Fehler vom Praktikanten gewesen wäre.

Habt ihr eigentlich schon mal in der heutigen Zeit in der Großstadt nach einer WG gesucht? Wenn nicht, dann beneide ich euch um die Erfahrung, die ihr nicht machen musstet.

Man kriegt ja echt alles angeboten, nur nicht das was man sucht, und selbst für das was man eigentlich nicht sucht, müsste man noch einen überteuerten Preis zahlen, denn das kleinste, schäbigste Zimmer, wo nicht mal dein Bett reinpasst, wird ja aufgrund der Lage so gehandelt, als wäre es ein kleines Schloss. Da es ja mehr Interessenten gibt als Zimmer, werden einem auch gar nicht erst viele Infos gegeben. Man kriegt eine Nachricht, die meist nur die Info enthält, dass derjenige ein Zimmer hat und ob man es haben will und die Frage, wie viel man bereit wäre zu zahlen. Darf ich wenigstens wissen wo und wie groß es ist und wer mit mir da wohnt? Oder findet man allein die Möglichkeit, dass ich das abschlagen könnte so anmaßend, dass man diese Fakten gar nicht erst erwähnt bevor es um einen Preis geht?
Übrigens bin ich ja auch nicht so blöd und nenne zuerst einen Preis.

Ich habe mir für nächste Woche aber endlich einen Besichtigungstermin in einer gemischten 4er WG klargemacht. Jetzt müssen die mich nur noch am liebsten von allen Bewerbern mögen, klingt ja total einfach.

Das ist ja schlimmer als ein Jobinterview, da punktet man einfach mit Kompetenzen. Ich glaube, ich muss vorher noch schnell ein Abo für alle Streamingdienste abschließen die ich bisher noch nicht habe, denn mit sowas pokert man ja heutzutage.

Mittlerweile muss man ja auch gerne mal den Facebooknamen angeben, damit sie das Profilfoto von 2013 abchecken können, das seitdem nicht mehr geändert wurde, denn warum zum Teufel will man jemanden heutzutage noch über Facebook kontaktieren, wenn man nicht wissen will, was jemand vor 10 Jahren so getrieben hat.

Aber mir bleibt wohl nichts anderes übrig als mich als den neuen besten WG-Kumpel zu verkaufen, denn da ich selbstständig bin, mögen mich normale Vermieter schonmal gar nicht. Ein bisschen crazy, oder? Ich könnte rein theoretisch jemanden einstellen der irgendwas für mich arbeitet und der würde vermutlich besser eine Wohnung finden als ich, weil derjenige nicht selbstständig ist. I mean, nicht dass ich so viel verdienen würde, dass ich jemanden einstellen könnte, der von seinem Gehalt leben kann, aber ich sag’s euch, derjenige wäre noch besser dran als ich bei der Wohnungssuche.

Aber ich möchte nicht rumheulen, ich weiß dass andere es bei der Suche noch viel schwieriger haben.

Lovebombs

Ich erhole mich grade von einer Lovebomb, die bei mir hochgegangen war.

Das Model hatte nicht verstanden, dass ich kein Interesse mehr habe, aber wirklich gar nicht. Er postete wilde Liebessprüche in seinen Status und schrieb mir, wie glücklich ich ihn machen würde und dass so schnell keiner mehr an mich herankäme.

Ich reagiere allergisch auf Romantik, da schüttelt es mich komplett. Das kommt mir, besonders nach so kurzer Zeit, immer so unangenehm und unauthentisch vor, dass ich kaum glauben kann, dass er das nicht extra macht um mich zu verscheuchen.

Nach außen hin bin ich richtig unromantisch. Es gibt Situationen, die sind romantisch, ohne dass man sie romantisch macht, wenn ich in solchen Situationen bin, kann ich Romantik auch mal zulassen. Aber sie so künstlich zu erzeugen, nein nein nein.

Die Romantik ist eine Sache, aber der Hauptgrund warum ich es beendet habe ist, dass ich mich körperlich nicht zu ihm hingezogen fühle und auch mental nicht.

Auf jeden Fall fühle ich mich jetzt erleichtert und mein Kuschelbedarf ist jetzt auch erstmal gedeckt. Komisch dass man trotzdem einsam sein kann. Ich fühle mich eigentlich immer einsam, wenn ich keine Menschen um mich habe, bei denen ich das Gefühl habe, richtig zu connecten.